Die Mischung macht's: Wie ein bunter Paradiesvogel erscheint das niederländische Floristikfachgeschäft Jasmijn Bloembinders in Haarlem. Von außen zeigt sich zwar eine saisonal farblich abgestimmte Dekoration, betritt der Besucher jedoch den Laden, überrascht ihn ein mit viel Liebe zum Detail dekorierter, bunter Verkaufsraum.
Die Inhaberin Pien Valk mag es bunt und farbenfroh und das zeigt sie auch. Individuell gefertigte florale Arbeiten prägen die Szenerie im kleinen Verkaufs- und Binderaum. Neben den wie zufällig platzierten Schnittblumen in ihren Vasen und den floralen Arbeiten haben Kunst- und Seidenblumen einen ebenfalls hohen Anteil in der Auslage. Aber gerade diese Mischung macht´s irgendwie. Große dekorative Gefäße aus Keramik und Steingut bieten nicht nur den Blumen-Doubles ein Plätzchen. Auch grüne Zimmerpflanzen werden so ansprechend präsentiert.
Auf breiten Stelen und überhöhten, rustikalen Stehtischen präsentiert das seit elf Jahren am Zijlweg ansässige Unternehmen kleine aber feine Accessoires oder auch florale Arrangements, in geringer Stückzahl, fertig zum Mitnehmen. Natürlich werden auch Sträuße nach Wunsch gebunden.
60 Prozent des Umsatzes wird durch den Verkauf im Laden generiert, die verbleibenden 40 Prozent durch Geschäftskunden wie Restaurants, Hotels oder Unternehmen. Ihnen liefert Pien Valk ihre Waren frei Haus an. „Das ist ein Service, den aber auch einige private Stammkunden gerne in Anspruch nehmen“, so die Floristin. Viele ihrer Kunden, die sich regelmäßig Florales ins Haus liefern lassen, vertrauen ihr so sehr , dass sie sich von den wechselnden Arrangements überraschen lassen.
Sich immer wieder neu erfinden
Neun Mitarbeiter beschäftigt die junge Niederländerin. Sie alle sorgen dafür, dass sich der Laden immer wieder neu erfindet. „Das ist wichtig, damit man nicht auf der Stelle tritt und die Kunden gelangweilt sind“, ist sich Pien Valk sicher. Um innovativ zu bleiben und eigene Trends zu finden, besucht sie mindestens zweimal im Jahr die Maison & Objet in Paris und einmal auch die Tendence in Frankfurt. Außerdem guckt sie, was die Mitbewerber so machen. Bereits beim Kauf von Waren, egal ob Pflanzen oder Accessoires, so Pien Valk, überlege sie, was man damit machen könne. Immerhin wird das Ladeninnere alle zwei Monate umgestellt und zweimal im Jahr der Raum zudem in den saisonal passenden Farben gestrichen. Und, im Abstand von drei Monaten informiert Pien Valk ihre Kunden mit einer neu kreierten Karte über die aktuellen Trends und Waren in ihrem Geschäft.
Ein Service des Hauses
Ihre Blumen kauft die junge Inhaberin täglich auf Versteigerungen, die aufgrund der Nähe zu Amsterdam nicht weit entfernt sind. Sie guckt bewusst nach den schönsten Blumen und dem was ihr farblich gerade gefällt. So kommt eine bunte Mischung zustande. Ebenso gehören lokale Produzenten, die ihre Schnittblumen auch direkt verkaufen, zu ihren Geschäftspartnern.
Eine schöne Idee der Jasmijn Bloembinders ist es, dass die Blumen, die nicht mehr frisch sind, aber noch keine Welkeerscheinungen zeigen oder braun sind, trotzdem verwertet werden, beispielsweise für Präsente. Schön verpackt werden die vom Kunden im Laden ausgesuchten Geschenke mit Schnittblumen zusätzlich verziert. Diese kosten dann nichts, sondern sind ein Service des Hauses.
„Wir versuchen möglichst wenig Müll zu produzieren“, erklärt Pien Valk. „Deswegen nutzen wir beispielsweise nur Papier zum Einwickeln der Blumen und keine Folie.“ Außerdem wird der Müll konsequent getrennt. Um auch in Sachen Energieversorgung umweltfreundlich zu handeln, nutzt das Unternehmen Strom aus regenerativen Energien, wie Windkraft. Im Vergleich zu den Nachbargeschäften spart Pien Valk zudem Strom, indem die Zeitschaltuhr ab 22 Uhr das Licht im Schaufenster ausschaltet.
„Dass wir bewusst auf Energieeinsparungen und umweltfreundliches Handeln achten, wird von uns allerdings noch nicht genügend in Richtung Verbraucher kommuniziert,“ ist sich Pien Valk im Klaren. „Es könnte mehr sein, denn darin steckt eine Menge Potenzial, um sich von den Mitbewerbern abzuheben.“
Katharina Heinemeier
Fotos: Katharina Heinemeier
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